Wie finde ich meinen Weg zu einer erfüllteren Sexualität?

Oft werde ich gefragt, wie finde ich meinen Weg um meinen Körper mehr zu spüren und zu einer erfüllteren Sexualität zu kommen?
Es gibt so viele Wege wie es Individuen gibt. Jeder Mensch ist in sich einzigartig und universell.
Ich appelliere immer an die Eigenverantwortung, an die Selbstermächtigung und sich dafür die nötige Unterstützung zu holen.
Meine Erfahrung ist, das durch die Klärung und Kräftigung der unteren Chakren (feine Energiewirbel) die Energie weiter aufsteigen kann. Der Weg fängt im Körper an. Das ist nun mal das Haus in dem wir wohnen.
Das erste Chakra, das Wurzelchakra, ist für die Erdung, unseren Halt, die Standfestigkeit zuständig.
Das zweite Chakra das Sexchakra repräsentiert unser Feuer, unsere Lebenskraft, unseren Antrieb unser sexuelles Glück, den beruflichen Erfolg. Dann geht es weiter über den Solar Plexus, das Herz, das Kehlkopfchakra, das dritte Auge bis zum Kronenchakra in der Mitte des Schädels, an der Stelle, an der die Fontanellen zusammenkommen.
Sind schon mal die unteren Chakren blockiert, kann die Energie nicht in die höheren aufsteigen.
Z.B.wirkt eine Tantramassage ganzheitlich, fängt jedoch an den unteren Chakren an. Das beinhaltet auch den ganzen Beckenboden. Dann wird die Verbindung zum Herzen gefördert und es geht weiter nach oben. Aber erstmal ist es schon toll, wenn eine Sex-Herz- Verbindung entsteht, die Voraussetzung für eine erfüllende Sexualität.

Mein Weg ist das Neo-Tantra, eine moderne Form des Tantra, die vor allem im Westen geprägt wurde.
Osho hat damals in Poona schon erkannt, das der westliche Mensch erstmal Karthasis und Bewegung braucht, um zur Stille zu finden. Er hat wunderbare Meditationen wie z:B die „Dynamische Meditation, die Mandala- oder die Kundalini Meditation kreiert. Alle drei sind zuerst bewegt und haben am Ende die Stille.
Im Advaita Tantra haben wir viel mit diesen Meditationen an uns „gearbeitet“.
In der dynamischen Meditation habe ich des öfteren mit meinen Dämonen gekämpft, bis sie allmählich das Bedrohliche verloren haben und ich gemerkt habe, das sie ein Teil von mir sind, den ich integrieren und akzeptieren kann.
Das Neo-Tantra beinhaltet außerdem in guten Schulen auch einen körpertherapeutischen Ansatz. Der Wilhelm Reich Schüler Alexander Lowen hat die Bioenergetik weiterentwickelt und die bioenergetischen Körperübungen und Massagen helfen, den Körper durchlässiger zu machen und Blockaden aufzulösen.
Außerdem beinhaltet es die Schattenarbeit, die dabei hilft die eigenen Neurosen bewusst zu machen den dadurch unbewußten Wiederholungszwang der immer gleichen Verhaltensweisen zu durchbrechen und nachvollziehbar zu machen.
Die Ausrichtung tantrischer Rituale bringen uns im günstigsten Fall mit unserer Göttlichkeit, unserem Ganzsein in Kontakt.
Alles sind Methoden, die dabei helfen unsere Gefühle auf eine realistische, adäquate Weise zu erleben.
Das heißt zum Beispiel in einer Partnerschaft werden wir vom Partner getriggert, der nicht das macht und uns gibt, was wir gerne hätten. Allzu schnell entstehen Überreaktionen, Vorwürfe, Schuldzuweisungen usw. Und der Streit ist in vollem Gange und eskaliert. Wer kennt das nicht?
Ich habe bei mir den darin liegenden Wiederholungszwang entdeckt.
Getriggert werde ich immer noch, aber ich gehe anders damit um. Z. B. checke ich erstmal meine Gefühle ab, halte inne, bevor ich reagiere oder auch nicht. Ich habe die Wahl, wie meine Reaktion ausfällt und bin nicht mehr in einem blinden Aktionismus. Ich habe auch die Wahl welchem Gefühl ich nachgehen möchte und wie stark.
Das tut meinen Partner gut und mir auch. Ich kann in der Liebe bleiben und bin nicht verletzend.

Die Wut hat ihren angemessenen Platz und darf auch gelebt werden. Die authentische Wut wirkt wie ein reinigendes Gewitter. Sie erschreckt manchmal, ist jedoch nicht verletzend.
Es gibt nichts zerstörerischeres als abgespaltene, unterdrückte Wut, die unkontrolliert in blinder Wut ausagiert wird. Die Nachrichten aus aller Welt sind voll davon.

Egal welchen Weg wir gehen, wenn er uns dabei hilft, in die Liebe, in das Mitgefühl und in unsere innere Freiheit und Unabhängigkeit zu kommen, ist es der richtige.