Warum sind Prostatamassagen wichtig?

Es gab Zeiten, zu denen die Ärzte die Prostata ihrer Patienten in regelmäßigen Abständen massierten, um Beschwerden zu lindern oder zu heilen. Heutzutage prüfen die meisten Ärzte die Prostata zwar bei einer Untersuchung, wenn sie aber auf ein Problem stoßen, ziehen sie eine chirurgische Lösung vor. Für eine präventive Prostatamassage braucht es keinen Arzt.
Wenn Sie die Prostata selbst massieren, können Sie sehr zart mit sich umgehen, sodass die Behandlung angenehm ist.
Manche Männer haben Hemmungen, ihre Prostata zu untersuchen oder zu massieren; das kommt ihnen „schmutzig“ vor. Es ist nichts schmutziges am Körper; man muss sich freilich um ihn kümmern und ihn pflegen, auch den After und die Prostata. Manche heterosexuellen Männer meinen, Prostatamassagen hätten etwas „Homosexuelles“ an sich, vor allem wenn sie dabei auch noch Lust verspüren. Derlei Ansichten würden sich gewiss ändern, wenn sie wüssten, dass eine Vernachlässigung der Prostata zu Prostatakrebs führen kann.
Bezeichnenderweise entwickeln die meisten homosexuellen Männer, deren After zur Penetration benutzt wird, keine Prostataerkrankungen, denn sie erhalten – unbeabsichtigt – regelmäßige Prostatamassagen. Der männliche Homosexuelle, der die „aggressive“ Rolle übernimmt, leidet unter denselben Prostataproblemen wie der heterosexuelle Mann.
Ist es daher nicht besser, auf gewisse Vorurteile zu verzichten, statt dem Krebs zu erlauben sich in der Prostata auszubreiten? Außerdem hat die Einführung des Fingers in den After noch niemanden zum Homosexuellen gemacht!
Männer sollten den Zustand ihrer Prostata häufig prüfen und darauf achten, ob irgendwelche Veränderungen in Größe oder Elastizität auftreten. Untersuchen Sie sich wenigstens einmal die Woche, damit Sie einen Maßstab bekommen: Auf diese Weise werden Sie jede Veränderung sofort feststellen. Eine stark vergrößerte, harte oder schmerzende Prostata bedeutet, dass eine Erkrankung vorliegt. Prostataerkrankungen entstehen allerdings nicht über Nacht und regelmäßige Diagnose und Massage können möglichen Beschwerden vorbeugen. Die Medizin geht heutzutage davon aus, dass es ganz normal ist, wenn bei Männern über Fünfzig Prostataprobleme auftreten. Gewiss, es kommt häufig vor – aber normal ist es keineswegs, ganz im Gegenteil. Kein Mann braucht an der Prostata zu erkranken.

Auszüge aus dem Buch:
Das Tao der Sexualität von Dr.med. Stephen Chang

Bettina Dornics sagt dazu: „In meiner täglichen Massagepraxis erlebe ich es oft das die Prostatamassage bei den meisten Männern als sehr angenehm, bis hin zu sehr lustvoll empfunden
wird. Der Atem vertieft sich, es tritt eine Entspannung ein, die wiederum die Hingabefähigkeit fördert. Da die Massage von einer Frau ausgeführt wird, fällt es ihnen leichter sich darauf einzulassen.
Es ist natürlich einfacher, wenn die Massage von einer anderen Person ausgeführt wird.
Manche Männer empfinden nichts und für manche ist es sehr ungewohnt. Aber auch hier kann sich mit der Zeit und bei regelmäßiger Anwendung ein Lustgefühl einstellen und somit auch eine Bereicherung und Vertiefung im Spektrum der eigenen Sexualität.
Prostatamassagen im Rahmen einer Tantramassage gehen nie durch eine Schmerzgrenze, sondern öffnen behutsam diesen Bereich, bis der Finger von selbst eingesogen wird.
Bei starker analer Verspannung findet eine Prostatamassage erstmal nicht statt. Dann geht es mehr um die Massage am äußeren Bereich des Anus und des Beckenbodens. Die Berührung im Außenbereich kann auch sehr lustvoll sein. Auf jedenfall sorgt sie für Entspannung.“