Tiefe Berührung für Paare – Das Ritual zu Dritt


In unserer extrem schnelllebigen Zeit ist es immer wichtiger, Körper und Seele mit Entspannung, Hingabe und Präsenz zu nähren. Es ist dabei sehr unterstützend und der Gesundheit zuträglich, Berührung zuzulassen und sich zu weiten.

Die richtige, bzw. adäquate Berührung kann erlernt werden. Oftmals haben sich in der sinnlichen Berührung und der Sexualität Verhaltensmuster etabliert, die gar nicht mehr bewusst wahrgenommen werden und somit auch eine Veränderung verhindern. Das eigene Wohlbefinden zu steigern und Gefühle stärker zuzulassen kann einer Beziehung sehr gut tun. Die Facetten und Farben in der Begegnung zwischen Mann und Frau sind unendlich vielfältig.

Die Quelle der Lebendigkeit, der Liebe und der Anteilnahme kann sehr nahe liegen. Sie kann als reine Energie aufgenommen werden. D.h. ohne Erwartungen oder Zwänge. Manchmal reicht ein Impuls, manchmal braucht es etwas mehr an Anleitung um die Quelle wieder zu finden. Jede Quelle ist anders. Sie kann als klarer Rinnsal in einem Kiesbett, kühl und frisch vor sich hin plätschern. Sie kann auch ein wilder Strom mit Stromschnellen sein, gefährlich wenn man sich bis in die Mitte wagt. Sie kann aber auch eine Glut sein, die beim Entfachen große Hitze erzeugt. Wie auch immer die Quelle aussieht, riecht und sich anfühlt, aus welchem Element sie besteht, sie ist zu finden.

Tantra zeichnet sich durch Präsenz, Vielfalt und Bewusstsein aus. Es ist frei von Bewertung und Dogmen. Ich darf sein wie ich bin und bin willkommen und richtig. Ich darf mich einlassen und vertrauensvoll hingeben. Ich atme.

Die Anleitung in der Berührung findet durch eine Masseurin oder einen Masseur statt und Ihr werdet in der Berührung und Massage Eures Partners, Eurer Partnerin mit einbezogen. Je nachdem was Eurer Entspannung und Experimentierfreude zuträglich ist, wird das Ritual individuell auf Euch abgestimmt. In jedem Fall ist es bereichernd für das eigene Liebesleben und das Lächeln im Gesicht hält noch Tage an.

Tiefer gehend schafft es auch innere Ruhe und Frieden. Sich tantrisch zu begegnen eröffnet neue Dimensionen in der Begegnung. Manchmal sind die Empfindungen nicht in Worte zu fassen. Das braucht es auch nicht. Es geht um die Wahrnehmung und das Zulassen von Berührung durch die Hände, das Herz und das Bewusstsein.

Die nonverbale Anleitung der Massage wird vor allem mit den Augen, dem Gefühl des Herzens und dem Tastsinn wahrgenommen. Durch die gemeinsame Nacktheit und das gemeinsame Atmen begegnen wir uns auf Augenhöhe und es entsteht ein Vertrauensraum, der tiefe Glücksgefühle auslöst.
Frauen begegnen sich in Solidarität und Schwesternschaft, wenn sie den Mann, den Partner der einen Frau gemeinsam massieren. Für eine Partnerschaft ist es sehr bereichernd den Geliebten neu und anders wahrzunehmen. Mitzuerleben wie er sich öffnet durch Berührungen, die vorher so noch nicht bekannt waren. Für ihn das Geschenk wohlwollend in so viel Weiblichkeit eingebettet zu sein, getragen zu werden von der eigenen Hingabe.

Die Frau kann sowohl von einer Frau und ihrem Partner massiert werden. Somit kann sie beide Energien, die weibliche und die männliche, in sich aufnehmen. Das ist sehr vertrauensvoll, weich in die Welt eingebettet zu sein. In diesem Raum kann die Frau oft vieles zulassen, was sie sich vorher nicht erträumt hat.
Und wenn die Frau von zwei Männern berührt und massiert wird, voll und ganz auf der Welle ihrer Ekstase reiten kann und die Männer für sie präsent sind, ihr zuhören, sie umsorgen und beschenken mit ihrer Anteilnahme, gibt es kaum etwas nährenderes und friedvolleres.
Ja, es darf sein und wir, als sinnliche und liebende Wesen, sind dafür geschaffen.

Herzlichst

Bettina