Herbstgedanken zu 2012

Das Jahr 2012 hatte und hat es in sich.

Ich habe sowohl bei mir als auch in meinem näheren und weiteren Freundeskreis schwere Krankheiten und tiefe Erschütterungen erleben und durchleben können.
Mir ist verstärkt aufgefallen das wir in einem Zeitalter leben, welches immer schneller und komplexer wird. Der Leistungsdruck hat bei den meisten alle Lebensbereiche durchdrungen. Was in der Finanzwelt passiert, wird von wenigen Mächtigen kontrolliert, bzw. skrupellos auf Kosten von vielen zum eigenen Machterhalt und dem endlosen Hunger nach Bereicherung, ausagiert. Menschliche Züge hat das schon längst nicht mehr.
Multifunktionalität und permanente Anpassung an Veränderungen, ständig auf dem Sprung zu sein etwas noch besseres, neues zu kreieren, bestimmen das Berufsleben vieler Selbständiger.
Die „Googleabhängigkeit“ hat sich manifestiert. Mir ist mal ein Satz begegnet: „Wer bei Google nicht zu finden ist, existiert nicht.“
Die Freizeit und die unerreichbaren Zeiten werden immer knapper.
Schlaganfälle, Herz-Kreislauferkrankungen u.a. treten immer häufiger auch in jungen Jahren ein.
Wo ist die Entspannung und das Gewahrsein der Natur geblieben?
Wann haben wir zuletzt einen Kontakt mit einem wild lebenden Tier gehabt?
Wann haben wir einen Sonnenuntergang am Meer gesehen?
Wer kennt noch die Milchstraße und unsere Sternbilder, die nur ohne künstliches Licht zu sehen sind?
Wo ist unsere Zeit für uns selber geblieben?
Wir werden immer älter, aber werden wir das auch gesund und glücklich?
Haben wir in unserem Leben erfahren, was wirklich körperliche, erfüllende Liebe ist.
Haben wir erfahren, wie wir Spannung in uns Entladen können.
Kennen wir ein Leben ohne Ersatzbefriedigungen?
Leben wir mit einem frei fließendem Atem, der unsere Lebensenergie im ganzen Körper spürbar werden lässt?
Haben wir Selbstvertrauen und Selbstliebe als natürlichen Zustand erfahren?
Sind wir in der Lage uns über das Sein und nicht über das Tun zu definieren?
Kennen wir Mitgefühl?
Sind wir für unsere Kinder da?
Übernehmen wir Verantwortung für unser Handeln, unsere Gedanken, Gefühle, unsere Gesundheit?
Ich sehe das Jahr 2012 verstärkt als das Jahr der Wandlung. Der Wahnsinn und die Zerstörungswut unserer Zeit hat den Gipfel erreicht.
Mir ist es jetzt wichtig zusammenzurücken mit meinen Mitmenschen. Ich achte darauf mich wieder zu treffen, anstelle von Telefonaten. Der Kontakt mit allen Sinnen hat oberste Priorität. Ich möchte meine Freunde riechen, sehen und fühlen. Ich möchte sie berühren können und genieße die beste Küche der Welt. Nämlich meine eigene.
Das Anhalten und Innehalten ist mir wichtig geworden. Die Integration dessen, was mir bislang unangenehm war, ohne dabei in Streß zu geraten.
Die Spiegel in Liebeskontakten zu reflektieren. Wahrzunehmen was das mit mir zu tun hat und was ich daraus lernen kann. Ich habe mich von blinden, undurchschauten Reaktionsmustern befreit, die andere verletzen. Kommt Angst auf, ist das meistens gar nicht so schlimm, wenn ich mir die Angst in Ruhe anschaue, genau betrachte was der Auslöser ist und sie dann als einen Teil von mir integriere. Ich mache die Entdeckung das sich die integrierte Angst, als Angst auflöst und ein Gefühl der Freiheit eintritt.
Ich sehe unser Zeitalter als große Chance zur Wandlung auf das Innen zu achten.
Was ist in mir drin, was ich als meine Aufgabe erkennen kann, mit dem ich meinen ureigenen Beitrag in der Menschenwelt offenbare.
Jeder hat dieses Juwel oder ist ein Geschenk für die anderen, wenn das Juwel freigelegt und geschliffen ist.
Was ist mir wirklich wichtig? Was möchte ich noch in mein Leben kreieren?
Wofür gehe ich? Welche Kontakte tun mir gut? Wovon verabschiede ich mich besser?
Was ist mir etwas wert?
Lebe ich lebendig und intensiv?
Bin ich mit vollem Herzen dabei, mit dem was ich tue?
Werde ich genug berührt?

Viel Spaß und Inspiration beim Nachdenken.

Herzlichst
Bettina Dornics