Die weibliche Lust

Teil 1 
Unkenntnis im Bereich der weiblichen Lust kann geändert werden 

Teil 2 
Der G-Punkt 

Teil 3 
Weibliche Ejakulation 

Teil 4 
Der weibliche Orgasmus 

Teil 1
Unkenntnis im Bereich der weiblichen Lust kann geändert werden

Es passiert immer wieder das mir in meiner Massagepraxis Frauen begegnen, die an ihrem G-Punkt nichts empfinden und in Frage stellen, das es ihn überhaupt gibt. Wenn Lust empfunden wird, dann nur über die Stimulation der Klitoris. Ich kenne das von mir sehr gut. Lange hatte ich die Ansicht, nur über zusätzliche klitorale Stimulation während der Vereinigung mit einem Mann zum Orgasmus zu kommen. Es ist sehr traurig, wie wenig Wissen über die Sexualität, die orgiastische Ekstase in unserem Allgemeinwissen im Umlauf ist.
Ich kann mich noch erinnern, das es in meiner Jugend ein Theaterstück gab, indem Orgi, der Orgasmus von einem Mann gespielt wurde. Es war ein Aufklärungstheater, indem es aber mehr um die Verhütung ging, als darum wie der Orgasmus bei Frauen stattfindet, bzw. wie vielfältig er sein kann. Auch pro familia war damals an meiner Schule und hat uns über Verhütung aufgeklärt. Ich wusste jetzt zwar wie Kinder entstehen und wie man das verhüten kann, aber viel mehr auch nicht.

Vielen Frauen geht es ebenso und Aufklärung über die Lust der Frau ist auch heute noch Pionierarbeit. Meistens findet die Sexualität zwischen Mann und Frau statt und nur zwischen den beiden. D.h, das oft der Mann dafür zuständig erklärt wird (oft unausgesprochen, es wird einfach erwartet), die Frau zum Orgasmus zu bringen. Oft herrscht Sprachlosigkeit aus Unkenntnis oder Scham. Eine Frau, die ihre Lustzonen am Körper nicht kennt, oder nur aus schmerzhaften Erfahrungen, wird kaum dem Mann mitteilen können, wie er sie am besten berührt. Die Sehnsucht nach einer erfüllenden Sexualität ist manchmal immens oder auch versteckt und kompensiert.

Der ganze Körper der Frau ist in sich ein Gesamtkunstwerk der Lust, wenn er voll erweckt ist und die Energie durch den ganzen Körper fließt. Im Folgenden ein paar Informationen über das Lustpotential der Frauen.

Teil 2
Der G-Punkt

Der G-Punkt wurde nach der Abkürzung des deutschen Arztes Gräfenberg benannt. Es handelt sich hierbei eher um eine Fläche, als einen Punkt. Diese Fläche liegt in der Yoni an der bauchzugewandeten Seite hinter dem Schambein. Der G-Punkt lässt sich als geriffeltes Gewebe ertasten und liegt bei jeder Frau unterschiedlich tief in der Yoni. Über die achtsame, sanfte, mitfühlende Massage des G-Punktes lassen sich emotionale Blockaden lösen, die aus negativen sexuellen Erlebnissen entstanden sind. Diese Blockaden sind es, die den G-Punkt oftmals taub, brennend oder schmerzhaft werden lassen. Durch die liebevolle Massage kann allmählich ein entspanntes, lustvolles Gefühl am G-Punkt entstehen. Der Beckennerv steht mit der Harnröhre, dem G-Punkt, der Blase, der Gebärmutter und den beiden hinteren Dritteln des PC-Muskels in Verbindung. Der Beckennerv ist für eine tiefe emotionale Erfahrung eines G-Punkt Orgasmus verantwortlich. Der G-Punkt wird auch die weibliche Prostata genannt.

Teil 3
Weibliche Ejakulation
Das Wissen um die weibliche Ejakulation ist keineswegs neu. Aus den Zeugnissen vieler Kulturen rund um den Erdball geht hervor, das sie die weibliche Ejakulation als vollkommen normal, natürlich, sogar als heilig oder heilkräftig betrachteten. Über die Stimulation des G-Punkts durch ausgiebiges massieren , drücken oder reiben kann der G-Punkt stark anschwellen. Die Oberfläche fühlt sich dann ganz glatt an. Der Bereich ist mit einer farblosen, wässrigen Flüssigkeit gefüllt, dem weiblichen Ejakulat. In Phasen großer Lust kann es sich ständig erneuern. Die Stimulation ist äußerst lustvoll. Es kann ein Gefühl entstehen, urinieren zu müssen. Durch abwechselnde Entspannung und leichtes Pressen lässt sich das Ejakulat ausstoßen. Es erfordert Zeit, körperliche Empfindungen neu zu deuten und eine neue innere Wahrnehmung aufzubauen. So lässt sich das Gefühl des Harndrangs und des Ejakulierens unterscheiden . Wenn Sie ein Gespür für den Weg der Ejakulationsflüssigkeit in Ihrem Körper entwickeln, wissen Sie auch die Zeichen für das nahende Überfließen zu deuten. Das Ejakulieren kommt aus einer tiefen Entspannung und Loslassen. Es geht hier auch um die Experimentierfreude sich in weiteren weiblichen Aspekten der Lust zu erleben. Mit oder ohne Ejakulation ist eine G-Punkt-Massage intensiv und kann das orgiastische Erleben steigern.

Teil 4
Der weibliche Orgasmus
Die Welt der weiblichen Orgasmen ist sehr komplex und jede Frau ist darin vielfältig und einzigartig. Es gibt den klitoralen und uterinen Orgasmus der Frau und Mischformen davon durch Stimulation der Klitoris hervorgerufen. Den klitoralen Orgasmus begleiten unwillkürliche, rythmische Kontraktionen des PC-Muskels und er ist nicht von der Penetration abhängig. Multiple Orgasmen tauchen vor allem bei dieser Art des Höhepunkts auf. Der uterine Orgasmus wird durch tiefe, schnelle Stöße erreicht. Welche den Muttermund erschüttern. Dies wiederum stimuliert eine große empfindliche Membran, die die Organe im Bauchraum und im Becken schützt (das Bauchfell), und damit auch die Gebärmutter (Uterus). Ein uterine Orgasmus kommt normalerweise beim sexuellen Akt nur einmal und er ist zutiefst befriedigend. Dieser Orgasmus wird als tiefe emotionale Erfahrung erlebt. Der kombinierte Orgasmus weist Elemente des klitoralen und uterinen Höhepunktes auf. Diese Form wird vaginaler oder G-Punkt Orgasmus genannt. Dabei kommt es zu rhythmischen Kontraktionen des PC-Muskels wie beim klitoralen Orgasmus. Dazu kommt auch die tiefere, emotionale Befriedigung des uterinen Orgasmus. Beim G-Punkt Orgasmus kann es zu multiplen Orgasmen kommen, andrerseits gibt es auch das Gefühl, das einmal genug ist. (Ausführlich nachzulesen in dem Buch weibliche Ejakulation und der G-Punkt von Deborah Sundahl).

Herzlichst
Bettina Dornics